Übersicht
| Teil | Dauer | Inhalt |
| Präsentation oder Durchführung | 15 Min. | Ausbildungssituation aus dem Alltag |
| Fachgespräch | 15 Min. | Reflexion mit dem Prüfungsausschuss |
| Gesamt | 30 Min. | ≥ 50% zum Bestehen |
Variante A: Praktische Durchführung
Du führst eine Ausbildungssituation tatsächlich durch — mit einem Auszubildenden-Darsteller (Prüfungskommission oder Mitprüfling). Beispiel: einem Azubi zeigen, wie man ein bestimmtes Werkstück bearbeitet.
- Eignet sich für praktisch-manuelle Tätigkeiten
- Material und Werkzeug musst du selbst mitbringen
- Methode der Wahl: meist Vier-Stufen-Methode
Variante B: Präsentation
Du präsentierst eine geplante Ausbildungssituation mit Flipchart, Beamer, Modell oder Handout — ohne sie tatsächlich durchzuführen. Hier zeigst du, warum du eine bestimmte Methode für eine bestimmte Situation gewählt hast.
- Eignet sich für komplexe oder theoretische Themen
- Du brauchst gutes Präsentationsmaterial
- Häufiger gewählt im kaufmännischen Bereich
Du wählst: Welche Variante du machen willst, entscheidest du selbst — die meisten IHKs lassen beide Optionen zu. Wähle das Format, in dem du dich sicherer fühlst.
Themenwahl: Was wähle ich?
Das Thema muss eine konkrete Ausbildungssituation aus deinem Berufsfeld sein. Beispiele:
- Kaufmännisch: „Eine Rechnung prüfen und buchen"
- Technisch: „Eine Sicherungsmutter mit Drehmomentschlüssel anziehen"
- IT: „Eine Benutzerkonten-Anlage im Active Directory"
- Pflege: „Eine Blutdruckmessung am Patienten anleiten"
Tipp: Wähle ein Thema, das du aus dem Stand erklären kannst. Komplexe Themen wirken zwar beeindruckend, aber unter Prüfungsstress ist Souveränität wichtiger als Schwierigkeit.
Aufbau der Präsentation (15 Min.)
- Einstieg (1–2 Min.) — Begrüßung, Vorstellung des Themas, Bezug zur Ausbildung.
- Lernziele (1 Min.) — Was soll der Azubi am Ende können? (SMART formuliert!)
- Rahmenbedingungen (1 Min.) — Wo im Ausbildungsplan ist das verankert? Welches Lehrjahr? Welche Vorkenntnisse?
- Methodische Entscheidung (2 Min.) — Warum diese Methode? Welche Alternativen gäbe es?
- Durchführung (8 Min.) — Die eigentliche Ausbildungssituation.
- Lernzielkontrolle (1 Min.) — Wie überprüfst du, ob das Ziel erreicht wurde?
- Abschluss (1 Min.) — Reflexion und Ausblick auf nächste Schritte.
Das Fachgespräch (15 Min.)
Direkt nach deiner Präsentation stellt dir der Prüfungsausschuss Fragen zur Reflexion. Typische Themen:
- „Warum hast du genau diese Methode gewählt?"
- „Was würdest du anders machen, wenn der Azubi Lernschwierigkeiten hätte?"
- „Wie würdest du erkennen, dass das Lernziel erreicht wurde?"
- „Welche pädagogischen Prinzipien hast du angewendet?"
- „Wo siehst du Verbesserungspotential bei deinem eigenen Vorgehen?"
Bewertungskriterien
Der Prüfungsausschuss bewertet:
- Methodisch-didaktische Kompetenz — passt die Methode zur Situation?
- Fachliche Korrektheit — stimmen Inhalt und Vorgehen?
- Pädagogische Sensibilität — gehst du auf den (fiktiven) Auszubildenden ein?
- Kommunikation — sprichst du klar, strukturiert, motivierend?
- Reflexionsfähigkeit — kannst du dein Vorgehen begründen und kritisch hinterfragen?
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10 Tipps für die praktische Prüfung
- Thema 2–3 Wochen vor Prüfung festlegen — danach täglich üben.
- Vor Spiegel oder Kamera proben — Sprachtempo, Mimik, Gestik kontrollieren.
- Zeit messen! — 15 Min. sind kürzer als gedacht.
- Material doppelt mitbringen — falls etwas kaputt geht oder fehlt.
- Lernziele schriftlich vor dir — als Sicherheitsnetz auf einer Karteikarte.
- Pufferzeit einplanen — kürzer ist besser als überziehen.
- Auf den „Azubi" eingehen — Fragen stellen, Verständnis prüfen.
- Auf BBiG-Bezug achten — passende Paragraphen einflechten.
- Selbstkritisch reflektieren — der Prüfungsausschuss liebt Selbstreflexion.
- Atmen, lächeln, Pause machen — Souveränität schlägt Perfektion.